Licht ins Dunkel

Stellungnahme des BVB zu den Tarifverhandlungen 2018.

 

Der BVB verfolgt – wie andere Berufsverbände auch –  die Arbeit der Tarifkommission und somit auch die aktuellen Verhandlungen. Besonders interessiert sind wir in diesem Jahr wegen der möglichen Aufnahme einiger unserer Berufsgruppen in die Mindestgagentabelle.

Da wir mit der angebotenen Wochengage nicht einverstanden sind, haben wir im März in einem Schreiben an die Connexx.av, z.Hd. Herrn Matthias von Fintel, den Wunsch geäußert, nicht in die TA FFS Mindestgagentabelle aufgenommen zu werden.

Hintergrund ist, dass in der Praxis diese Tabelle leider viel zu häufig als direkte Berechnungsgrundlage für die Kalkulation eines Filmprojekts missbraucht wird und so im Widerspruch zum obersten Ziel steht, lediglich eine klare Untergrenze für faire Gehälter für Berufsanfänger darstellen zu sollen.

Ist erst mal die Kalkulation nach diesem Maßstab abgeschlossen, bleibt im Nachhinein kaum Spielraum für eine transparente Gagenverhandlung, die die Qualifikation und die Erfahrung der Fachkräfte berücksichtigt, übrig.

Im Laufe der letzten Jahre wurden unsere, auf unserer Webseite aufgeführten empfohlenen Mindestgagen zwar mühsam, aber doch erfolgreich als Richtwert für den Markt eingesetzt und wir können einfach einer Unterbietung dieser Werte weder zustimmen noch sie unterstützen.

Wir haben in den letzten Tagen von Kolleginnen und Kollegen diverse Reaktionen auf das Gagenraster erhalten, alle waren negativ, fast jeder hat sich über die Beträge beschwert. Viele haben schlichtweg kein Vertrauen zu den Vertragspartnern der Produzentenallianz.

Auch der Gewinn, die Tagesarbeitszeit auf 12 Stunden zu beschränken, ist an zu viele Kompromisse gekoppelt. Niemand, aber wirklich niemand hat sich darüber glücklich oder nur zufriedenstellend geäußert.

Wir sind sehr gespannt, wie die beiden Tarifparteien mit den Reaktionen der einzelnen Filmschaffenden umgehen.

Wahrscheinlich können wir die Umsetzung dieses Tarifvertrages nicht verhindern. Wir werden aber weiterhin unsere Gegenempfehlungen geben und veröffentlichen und wir werden uns jedes Mal bei der jeweiligen Produktion und bei ver.di melden, wenn wir von unsachlichem Verhalten seitens einer Produktion hören, bei der wieder ein „Rosinenpicken“ stattfindet.

Zum Schluss noch eine Anmerkung: Am Beginn dieser Verhandlungsrunde hatten wir an einem Kooperationsvertrag mit ver.di Interesse gezeigt. Schade, dass unsere Initiative bisher seitens ver.di keine Beachtung fand, wir bekamen weder eine Antwort noch ein Angebot, es besteht von dort anscheinend kein Interesse.

Der Vorstand des BVB