Gemeinsame Erklärung
Die Töpfe des DFFF 1 & 2 sowie des GMPF sind bereits vier Monate vor Jahresende ausgeschöpft. Das zeigt die enorme Nachfrage und das Wachstumspotenzial des Filmstandorts Deutschland. Studios und Drehorte, Crews und Kreative, Produktionsunternehmen und Dienstleister sind gefragt – und stärken die gesamte filmwirtschaftliche Wertschöpfungskette bis hin zu den Kinos.
Mit dem vorzeitigen Förderstopp wird ein wertvoller Hebel für mehr Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland leichtfertig aus der Hand gegeben. Zugleich zeigt sich, dass eine Querfinanzierung der Kinoinvestitionsförderung aus nicht benötigten Mitteln des DFFF und GMPF nicht funktioniert. Weiterhin fehlt ein Haushaltsansatz für das Zukunftsprogramm Kino, das die Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Basis der Kinostandorte stärkt und damit kulturelle Teilhabe in Stadt und Land sichert.
Die hohe Nachfrage ist ein dringendes Signal an die Politik: Filmproduktionen brauchen langfristige Planungssicherheit. Förderstopps, kurzfristige Änderungen und Zweifel an den Rahmenbedingungen gefährden vorbereitete Projekte, Investitionsentscheidungen und Arbeitsplätze.
Als das im Koalitionsvertrag vorgesehene steuerbasierte Filmfördersystem gestrichen wurde, erhielt die Branche die Zusage, die wirtschaftliche Filmförderung auf jährlich 250 Millionen Euro zu erhöhen. In Gesprächen mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) wurde erklärt, dass dieser Haushaltsansatz für drei Jahre gesichert sei. Diese Zusage hat Vertrauen geschaffen, Projekte angestoßen und neue Investitionen ausgelöst.
Dabei geht es um weit mehr als Filmförderung allein. Eine starke Filmwirtschaft ist ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Umso unverständlicher ist die nach der frühzeitigen Ausschöpfung der 250 Millionen Euro bereits für 2027 angekündigte Kürzung auf nur noch rund 200 Millionen Euro. Sie gefährdet den gerade gewonnenen Aufschwung der Produktionsbranche und droht, das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Filmstandorts Deutschland erneut zu beschädigen. Zudem verliert Deutschland im europäischen Standortwettbewerb weiter den Anschluss.
Deshalb fordern die unterzeichnenden Verbände: Die geplante Kürzung der Filmförderung des Bundes für 2027 muss vollständig zurückgenommen werden. Die zugesagten 250 Millionen Euro müssen auch 2027 sowie in den Folgejahren in voller Höhe für die Bundesförderung im Bereich Kinofilm, TV/VoD sowie Produktionsdienstleister zur Verfügung stehen. Dabei muss sichergestellt sein, dass die getrennt zugewiesenen Haushaltsansätze der jeweiligen Förderlinien bewahrt bleiben und nicht nach Bedarf verschoben werden können.
Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen lassen sich Förderstopps verhindern, Investitionen absichern, Qualität und kulturelle Vielfalt am Filmstandort Deutschland fördern und Beschäftigung sowie Wertschöpfung nachhaltig stärken.
Die Förderung wirkt. Jetzt muss die Zusage gelten.
