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Tariftreue - was soll das?

mir ist nach meiner Rundmail zur Erinnerung an die Tariftreue folgende Mail zurückgeschickt worden.
Ich persönlich finde es ziemlich deprimierend wenn das der Alltag eines Filmschaffenden ist.
Ist dies auch eure Meinung?
Oder gibt es auch noch Produktionen, wo ein Produzent dein Fachwissen zu würdigen weiß?

hi klaus
ich hab mir den anhang und deine mail jetzt mal in ruhe durchgelesen und wollte ein paar worte dazu loswerden.
das thema ist ja omnipraesent und beschaeftigt einen eben.
ich weiss ja nicht wie dein bzw. euer eindruck so ist, aber die beleuchtungskreise in denen ich mich bewege, und ich meine
doch so einige leute aus dem gesamten bundesgebiet zu kennen haben nicht das problem das man mal ein problem mit einem arbeitsvertrag hat.
ehrlich gesagt denke ich dass die produktion, die sich an die tarifregeln haelt, die absolute ausnahme ist.
bei Fernsehfilmen:
nachtzuschläge? vergiss es. mehr als 25% überstundenzuschläge? keine chance. nicht das es garnicht vorkommt dass sich mal eine PL daran haelt, habe ich auch schon erlebt. aber die realitaet ist doch dass man sobald man die tariflichen regelungen in gageverhandlungen fordert vor die wahl gestellt wird darauf zu verzichten, oder aber den job nicht zu machen.
es findet sich ja eben immer jemand der es trotzdem macht, auch verbandsmitglieder.
auch bei kinofilmen wird es immer schwieriger.
natuerlich, jeder hat immer seine individuellen gruende, auf dumpingvertraege einzugehen und die will ich auch garnicht kleinreden.
aber die taktik, mit anonymen anzeigen gegen die jeweilgen produktionen vorzugehen halte ich fuer wenig hilfreich, da man ja schon vor vetragsabschluss vor die wahl gestellt wird, machs, oder lass' es. und die produktion dann hinterher anzeigen?
die frage die sich "die filmschaffenden" doch mal stellen muessen ist was das ganze theater der tarifverhandlungen eigentlich soll, wenn sich saemtliche produktionen dann in der praxis wie abgesprochen zu den selben dumpingvertraegen hinreissen lassen und auch nichts zu befuerchten haben?
ich denke, es muessen andere mittel und wege gefunden werden die produktionen dazu zu zwingen, die ueblichen vertragspraxis zu unterlassen und sich an den tarif zu halten. eine freiwillige, vom filmschaffenden veranlasste anzeige, nachdem man sich auf den "deal" eingelassen hat, (weil man halt das geld braucht oder oder oder) halte ich fuer unbrauchbar.
ich bin leider juristisch nicht versiert und hab auch keine idee, wie man da den hebel ansetzten kann, aber um abschliessend auf den eigentlichen punkt nochmal zu kommen, der mich zu dieser mail veranlasst hat:
es sind nicht die ausnahmen die hier dumpingdeals machen. praktisch alle machens. gerade auch die oeffentlich rechtlichen produktionen glaenzen durch ablehnung jeglicher tariflicher regelungen. was man da teilweise von produktionsleitungen zu hoeren bekommt in gagengespraechen, unfassbar.

ich denke da koennen hier saemtliche OB's ein lied von singen.

soweit. eine schoene woche und auf bald